Haus am Hang – Villensanierung in Durlach
Wohnen zwischen Landschaft und Atrium
Wie lässt sich ein bestehendes Wohnhaus so weiterentwickeln, dass es heutigen Vorstellungen von Wohnen entspricht – offen und großzügig, zugleich aber geschützt und zurückgezogen?
Und wie kann aus einem bestehenden Haus durch das gezielte Herausarbeiten seiner Potenziale ein zukunftsfähiges Ganzes entstehen – räumlich, gestalterisch und energetisch?
Dieses Projekt befindet sich aktuell in einem laufenden Entwurfs- und Planungsprozess für eine Villensanierung im Bestand. Das Haus liegt in Karlsruhe-Durlach in Hanglage. Gemeinsam mit den Bauherren untersuchen wir, wie sich das vorhandene Gebäude räumlich, gestalterisch und energetisch weiterentwickeln lässt. Ausgangspunkt ist dabei nicht eine einzelne Maßnahme, sondern die Frage, wie sich das Haus im Alltag künftig anfühlen soll – beim Ankommen, beim Zusammensein, aber auch in Momenten des Rückzugs.
Zwei Entwurfsansätze für die Sanierung im Bestand
In der frühen Planungsphase entstehen zwei eigenständige Entwurfsansätze für die Villensanierung. Sie zeigen unterschiedliche Wege auf, wie sich der Bestand architektonisch weiterdenken lässt. Der Variantenvergleich der Villensanierung macht sichtbar, welches Potenzial im Haus und in seiner besonderen Lage steckt – und wie unterschiedlich sich Räume, Blickbeziehungen und Außenräume im täglichen Gebrauch anfühlen können.
Im Mittelpunkt steht dabei weniger die Frage nach formalen Unterschieden, sondern nach dem Erleben:
Wie bewegt man sich durch das Haus?
Wo entsteht Offenheit, wo Ruhe?
Wie reagieren Grundriss und Räume auf Landschaft, Licht und Topografie?
Raumorientierung der Villensanierung
Beide Entwurfsvarianten folgen demselben Grundgedanken. Das Haus wird als Abfolge von offenen und geschützten Räumen neu organisiert. Das Wohnen orientiert sich zur Landschaft und zur Aussicht, während ein Atrium auf der von der Straße abgewandten Seite einen ruhigen, privaten Gegenpol bildet.
Die Unterschiede liegen nicht in der Haltung, sondern in der räumlichen Umsetzung – in der Frage, wie sich das Wohnen durch das Haus entwickelt und wie Offenheit, Rückzug und Bestand zueinander in Beziehung gesetzt werden.
Die Hanglage prägt beide Entwürfe maßgeblich. Blickbeziehungen, Lichtführung und Außenräume werden so angeordnet, dass Großzügigkeit entsteht, ohne die Privatheit zu beeinträchtigen. Das Atrium bringt Licht in die Tiefe des Hauses und schafft einen geschützten Ort, der im Alltag als Rückzugsraum genutzt werden kann.
Entwurfsvariante mit Satteldach
Ein durchgängiger Wohnraum zwischen Aussicht und Atrium
Die erste Variante der Villensanierung im Bestand nimmt die vorhandene Dachform als Ausgangspunkt und nutzt sie, um den Grundriss grundlegend neu zu ordnen. Der Wohnbereich wird als zusammenhängender Raum von der Hangseite mit Aussicht bis zum geschützten Atrium geführt.
Wohnen, Essen und Kochen sind als fließende Raumfolge organisiert. Unterschiedliche Raumhöhen und gezielte Blickbeziehungen gliedern den offenen Bereich und schaffen Zonen mit jeweils eigener Atmosphäre – offen und weit, zugleich aber auch ruhig und geborgen.
Zur Landschaft hin öffnen sich die Wohnräume großzügig. Große Verglasungen rahmen den Ausblick und machen die Hanglage zum prägenden Bestandteil des Wohnens. Auf der gegenüberliegenden Seite bildet das Atrium einen ruhigen Außenraum, der Licht ins Haus bringt und einen geschützten Ort abseits der Offenheit zur Umgebung schafft.
Die kompakte Grundrissstruktur sorgt für klare Abläufe im Alltag. Offenheit wird gezielt eingesetzt und bleibt stets im Gleichgewicht mit Rückzug und Privatheit. Auch energetisch profitiert der Entwurf von dieser Klarheit: Baukörper, Öffnungen und Raumzuschnitte bilden eine gute Grundlage für behagliches, energieeffizientes Wohnen.
Entwurfsvariante mit Flachdach
Wohnen zur Landschaft, Rückzug um das Atrium
Die zweite Variante der Villensanierung entwickelt den Bestand behutsamer aus seiner vorhandenen Struktur heraus. Der Grundriss bleibt näher an der bestehenden Organisation und wird gezielt weitergeführt. Das Wohnen orientiert sich klar zur Hangseite und zur Aussicht, während sich die privaten Räume um das Atrium gruppieren.
Der Wohnbereich bildet den offenen, nach außen gerichteten Teil des Hauses. Küche, Essen und Wohnen sind zur Landschaft hin orientiert, bleiben jedoch über kurze Wege mit dem Atrium verbunden. So entsteht eine klare Trennung zwischen öffentlichen und privaten Bereichen, die sich im Alltag selbstverständlich anfühlt.
Das Atrium wird zum ruhigen Mittelpunkt des Hauses. Insbesondere die Schlafräume orientieren sich zu diesem geschützten Innenraum und schaffen eine intime Atmosphäre – bewusst abgesetzt von der Weite und Offenheit zur Landschaft. Das begrünte Flachdach und die horizontale Gliederung unterstützen den ruhigen, landschaftsbezogenen Charakter des Entwurfs.
Auch hier bildet die klare Grundrissorganisation die Basis für eine zukunftsfähige energetische Strategie. Begrünte Dachflächen, passive solare Gewinne und eine auf den Bestand abgestimmte energetische Sanierung werden von Beginn an mitgedacht und mit dem Entwurf verknüpft.
Entwurfsprozess als Grundlage für gute Entscheidungen
Der Entwurfsprozess ist vergleichend aufgebaut. Der Variantenvergleich schafft Orientierung und macht Unterschiede im räumlichen Erleben nachvollziehbar. Auf dieser Grundlage wurde gemeinsam mit den Bauherren eine Entwurfsrichtung gewählt, die nun weiter vertieft und ausgearbeitet wird.
Das Projekt zeigt exemplarisch, wie eine Villa im Bestand weiterentwickelt werden kann: indem ihre räumlichen und architektonischen Qualitäten herausgearbeitet, neu interpretiert und zu einem stimmigen Zusammenspiel von Architektur, Alltag und Energie weitergeführt werden.
Viele Bauherren stehen vor ähnlichen Fragen, wenn ein Haus im Bestand neu gedacht werden soll. In solchen Prozessen begleiten wir die Entwicklung Schritt für Schritt – vom ersten Entwurf bis zur Entscheidung. Gerne besprechen wir Ihr Vorhaben in einem unverbindlichen Erstgespräch.
Date:
2026

